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Spectaculum in Hamburg

8. September 2009

Am letzten Wochenende fand im Öjendorfer Park im Osten Hamburgs wieder das Mittelalterliche Phantasie-Spectaculum (MPS) statt, dieses Jahr mit Saltatio Mortis, den Streunern, Faun, Rapalje, Schelmish und einigen anderen. Ich habe das ganze Wochenende durchgehalten 😀 Fotos gibt’s allerdings keine, ich hatte die Kamera vergessen. Aber davon abgesehen, wäre sie mir am Samstag vermutlich ohnehin abgesoffen.

Los ging es am Samstag Mittag gegen ein Uhr, und gleich als erstes ein Auftritt von SaMo – für mich sowieso die absoluten Helden. Seitdem vor rund einer Woche das neue Album erschienen ist, läuft es bei mir rauf und runter, sowohl zu Hause als auch unterwegs. Die Auftritte liefen (zumindest von meiner Fan-Warte aus :D) auch prima, das Publikum ging trotz des Regens gut mit (sorry, Lasterbalk, aber der „Anti-Regen-Tanz“ hat da alles nur noch schlimmer gemacht ;)) und trainierte fleißig für das Nachtkonzert, das als mögliche Live-CD mitgeschnitten wurde. Und gleich noch ein persönlicher Eindruck hinterher: Seitdem Cordoban nicht mehr dabei ist, tritt Elsi wesentlich mehr in den Vordergrund. Habe ich zumindest so das Gefühl. Gefällt mir aber 8) ) Das gleiche gilt auch für die Tatsache, dass der Mümmelstein wieder vermehrt gesungen hat 😀

Gespielt wurde ein bunter Mix der verschiedenen Alben – einiges mittelalterliches wie Cantiga Alhambra oder Dessous le pont de Nantes und das Palästinalied, aber auch Equinox, Ecce Gratum, Prometheus, Varulfen und vom neuen Album Letzte Worte. Und dann während des Nachtkonzerts auch das Lied, weswegen ich meinethalben auch beim nächsten Konzert in Hamburg auf Knien drum bettele, dass sie den Mitschnitt für die Live-CD verwenden: Loch Lomond, gesungen von Alea und William von Rapalje (die Qualität des Videos ist leider nicht die beste…) Gänsehaut pur! Zum Ende der leider recht kurzen Auftritte (jeweils nur eine halbe Stunde, im Wechsel mit den Streunern) folgte eine „Werbeansage“ von Elsi, zum Beispiel die Melodie der Flintstones auf der Schalmei 😀

Wie üblich wurden auch diverse Sprüche gekloppt 😀 Hier mal eine kleine Auswahl:

„Und sie folgten einem hellen Stern, bis sie sternhagelvoll waren!“ – Lasterbalk bei dem Versuch, das Publikum nach dem Nachtkonzert von der Bühne weg in die Taverne zu bekommen

„Machst du hier einen Striptease?!“ Lasterbalk zu Alea, als dieser während des Nachtkonzert an seinem Shirt herumzog. Das Publikum reagierte natürlich sofort mit „Ausziehn! Ausziehn!“-Rufen und flippte völlig aus, als Alea dies dann auch tat… Nun ja, das Shirt zumindest. Darauf dann wieder Lasterbalk: „Gib mir mal den Becher, junger Mann. Ich glaube, du hast genug für heute.“

Das zog sich dann alles bis in die Nacht hinein, und da ich noch mit der U-Bahn wieder zurück musste, war ich dann um halb drei zu Hause… Um mich um halb neun wieder aus dem Bett zu quälen, denn ich wollte ja Schelmish nicht verpassen, die ihren ersten Auftritt mittags um zwölf hatten – eine absolut ungewohnte Zeit! Dementsprechend leer war es vor der Bühne, angefangen haben wir mit vielleicht fünf Leuten, die sich auch tatsächlich zur Musik bewegten und nicht nur auf den Bänken herum saßen, im Laufe des Konzerts wurden es dann etwa fünfzehn. Ich kam mir vor wie beim Konzert von Rhyannon auf dem Hörnerfest, als wir mit genau einer Reihe Zuschauer vor der Bühne standen! 😀

Trotz der frühen Stunde war die Band gut drauf, die Fünfer-Besetzung für die Markt-Musik hat sich gut eingespielt (größtenteils jedenfalls), aber Rimsbold hat mir trotzdem gefehlt. Nun, mir bleibt wohl nichts anderes, als seine Entscheidung zu respektieren, „nur“ noch in der Rockbesetzung mitzuwirken 😦 Trotzdem war es jedoch herrlich anzusehen, als Wunschlieder aus dem Publikum geäußert wurden (in diesem speziellen Fall Igni gena) und beide Trommler, nämlich Picus und Samtron, sich erst einmal ratlos ansahen, weil sie das bisher noch nicht gespielt hatten! :)) Kommentar Dextro: „Willkommen im Probenraum bei Schelmish!“ Amüsiert haben mich auch die ständigen Interaktionen zwischen Picus und DesDemonia im Hintergrund, die sich immer wieder gegenseitig zum lachen gebracht haben.

Apropos Wunschkonzert: Wenn man sich ein Lied von Schelmish wünscht (die Pantoletta zum Beispiel), dann sollte man nie, nie, nie erwähnen, dass man Stück selbst schon auf der Geige gespielt hat! Sonst könnte es passieren, dass man auf die Bühne geholt wird, von den Streunern eine Geige in die Hand gedrückt bekommt und mitspielen muss – mit Solo, weil man die Geige gegen drei Dudelsäcke nicht unbedingt hört! :))

Auch bei Schelmish gehören die Sprüche natürlich wieder zum Programm 😀

Dextro: „Es ist noch sehr früh am Sonntag Morgen, am Tag des Herrn, deswegen werde ich uns heute mal anders ankündigen: Wir sind schlank! Wir sind hübsch! Wir sind freundlich! Wir sind Schellfisch aus Bonn.“
Picus: „Was war das denn?!“ und ähnliche Aussagen…
Dextro: „Entschuldigung, ich habe die Band in eine ganz schwere Sinneskrise gestürzt. Es kann sich keiner damit identifizieren! […] Wir sind fett! Wir sind hässlich! Wir sind asozial! Wir sind Schelmish aus Bonn.“

Picus versucht (mal wieder) seine Ansage zu Caput draconis anzubringen, nämlich über die Katharer, die 1244 auf Geheiß des Papstes verbrannt wurden, weil sie ihrem Glauben nicht abschwören wollten.
Picus: „Und sie wurden vor die Wahl gestellt – entweder…“ (bedeutungsschwangere Pause)
DesDemonia trocken aus dem Hintergrund: „Oder.“

Die übliche Ansage von Dextro: „Ich bin fett. Er [Luzi] ist hässlich. Der Rest ist asozial.“
Genau in dem Moment tut Picus so, als wolle er Luzi schlagen.
Dextro: „Perfekt getimed…“

Dextro über Samtron: „Als er aus seinem kleinen Dorf zu uns kam, dachte er noch, die Erde sei eine Scheibe. Heute weiß er: Die Erde ist ein Viereck!“

Wer war noch da? Rapalje habe ich zum ersten Mal live gesehen, bin aber schwer begeistert und habe gleich eine CD mit nach Hause getragen. William hat ja eine Stimme… Der kann mir auch das Telefonbuch vorlesen, ich würde ihm trotzdem fasziniert zuhören.

Faun waren ebenfalls da, haben allerdings nur ein Konzert gespielt, welches ich nicht mit zu Ende gemacht habe… Es war mir einfach zu eng. Wenn ich meine Arme selbst nicht mehr zum Klatschen hochbekomme und dauernd die Schultern meines Vordermanns im Gesicht habe, weil er unbedingt noch klatschen will, dann wird’s mir zuviel. Aber es reichte mir auch, die Musik von der Seite aus zu hören 🙂

Und die Streuner waren mit von der Partie. Ich habe sie zum zweiten Mal live gesehen, aber eigentlich das erste Mal wirklich bewusst wahr genommen. Sie sind nicht schlecht, besonders die Texte sind sehr amüsant, aber sie haben mich trotzdem nicht so sehr mitgerissen, wie es SaMo oder Schelmish tun.

Abschließend bleibt zu sagen: Es war ein wunderbares Wochenende – toll, genial und anstrengend. Und Brillenträger sind bei Regen benachteiligt 😀

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