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AIDAvita – Freitag, 18.09.2009

6. März 2010
Der süße Schmerz, das Fernweh
treibt mich hin zum nächsten Ort,
reißt mir all die Fesseln fort,
von West nach Ost, von Süd nach Nord…
(Attonitus – Fernweh)

Der Freitag begann dann schon mehr als früh. Um 03:15 Uhr wurde ich unsanft von Cals Handy aus dem Schlaf gerissen, dass sie als Wecker-Ersatz nutzte, da der richtige Wecker schon mit dem Koffer am Flughafen war. Während sie grummelnd aus dem Bett kroch, versuchte ich, noch ein wenig zu dösen, aber so richtig klappte das auch nicht mehr. Denn kaum war Cal aus dem Badezimmer zurück, packte sie mich und stopfte mich in ihren Rucksack! Und so sollte das die restliche Zeit weitergehen, ständig hat sie mich mit sich herumgeschleppt. Ich sag’s euch, keinen Respekt mehr hat die heutige Jugend, KEI-NEN RE-SPEKT!

Erneut fuhren Di und Cal dann mit dem Taxi zum Flughafen (Zitat Cal: „Morgens um vier mit Bus oder Bahn dahin, ich bin doch nicht bescheuert!“), und pünktlich um sechs Uhr startete das Flugzeug mit Ziel Palma de Mallorca. Es war insgesamt ein ruhiger Flug, nur einmal gab es eine Warnung wegen Turbulenzen, als der Pilot einem Gewitter über Nice ausweichen musste. War aber alles harmlos und konnte die beiden nicht wirklich erschüttern.

Die Landung erfolgte pünktlich um 08:25 Uhr Ortszeit, und dann begann das Warten. Das Warten auf die Koffer nämlich. Nein, sie fehlten nicht, aber es dauerte, bis sie endlich kamen, da sich die Hamburger ein Gepäckband mit den Düsseldorfern teilen mussten, die ebenfalls gerade gelandet waren. Cal schickte Di derweil auf die Suche nach einem Kofferwagen (Dis Trolley hatte sein Rad endgültig verloren und gewaltig Schlagseite) und hielt selbst Ausschau nach den Koffern, um sie vom Band zu wuchten, als sie endlich kamen. Etwa gegen halb zehn startete dann endlich der Shuttle-Bus zur AIDAvita – fast eine Stunde hatte es gedauert!

Um kurz nach zehn erreichten sie dann endlich das Schiff und reihten sich in die Schlange zum Einchecken ein. Das ging zum Glück recht zügig, Cals Kreditkarte wurde für beide registriert, und kurz danach saßen sie auch schon wieder im Bus nach Palma, um sich die Stadt anzusehen.

Erstes Ziel (wie könnte es bei Cal anders sein): die Kathedrale La Seu, erbaut ab dem Jahr 1230 bis ins 20. Jahrhundert hinein – ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Besonders die riesigen Buntglasfenster haben es Cal angetan.

Palma, Kathedrale

Palma, Kathedrale

Palma, Kathedrale - Buntglasfenster

Sehr viel skeptischer stand und steht sie allerdings der Reliquienverehrung gegenüber, die dort in der Kathedrale betrieben wird (Zitat: „Diese ganzen Heiligen müssen alle mindestens vierhundert Knochen im Leib gehabt haben!“).

Nach der Kathedrale folgte dann die Altstadt, während derer Besichtigung Cal immer mauliger wurde. Wie sich schließlich herausstellte (und sie hatte es selbst nicht geahnt, weil es nicht so anfühlte), war schlichter Hunger der Grund. Nachdem sie erst einmal bei Burger King abgefüttert worden war, hob sich die Laune um geschätzte 300%. Dazu trug auch bei, dass die Bestellung auf Spanisch sich offenbar so gut anhörte, dass die Dame hinter dem Tresen auch auf Spanisch antwortete…

Anschließend bummelten sie auf einem anderen Weg wieder zurück in Richtung Hafen, durchquerten immer wieder alte Gassen und schauten sich auch den Markt der Stadt an, entdeckten dabei Früchte, die sie vorher noch nie gesehen hatten. Sie erreichten dann wieder die Kathedrale, dieses Mal von der anderen Seite, und spazierten durch eine kleine Grünanlage mit Wasserspielen.

Palma

Palma

Etwa gegen 14 Uhr nahmen die beiden nach erledigt den Shuttlebus zurück zum Schiff und gammelten dann dort in den leeren Außenbezirken des Calypso-Restaurants herum, bis die Kabinen endlich frei wurden, genervt von den diversen Sicherheitsvorschriften, die sie beachten mussten, um überhaupt an Bord zu kommen: Desinfektion der Hände, um eine Infektion mit dem H1N1-Virus an Bord zu vermeiden, zweimaliges Durchleuchten der Taschen… Durch die großen Fenster bewunderten sie noch die Yachten mit riesigen Ausmaßen, die im Hafen von Palma lagen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten sie allerdings noch nicht, was sie in dieser Hinsicht noch zu sehen bekommen würden… Doch dazu später mehr.

Die Müdigkeit wurde immer größer, beide gähnten immer häufiger und hatten weder Lust zu lesen noch herumzulaufen und sich das Schiff anzusehen. Endlich, um 15:55 Uhr, die erlösende Durchsage: Die Kabinen waren alle bezugsfertig. So schnell es in ihrem übermüdeten Zustand möglich war, begaben sich Di und Cal zu ihrer Kabine auf Deck 4. Cals Koffer stand recht schnell vor der Tür, auf Dis mussten sie noch etwas warten. Währenddessen erkundeten sie die Kabine, stellten erstaunt fest, dass sie in noch keinem Hotelbadezimmer so viel Ablagefläche hatten wie in diesem winzig kleinen Bad, und schrieben die ersten Postkarten.

Am Abend folgte dann der erste Besuch im geöffneten Calypso-Restaurant, der für den Rest der Reise entscheidend sein sollte – Di und Cal lernten Rommel kennen, einen der Mitarbeiter im Restaurant, und waren so von ihm begeistert, dass sie von nun an immer dort aßen. Tsss, da machte so ein junger Hüpfer mir doch glatt Konkurrenz.

Nach dem Essen begaben sich beide dann an Deck, um sich das Auslaufen des Schiffs aus dem Hafen anzusehen. Von der Party, die am Pool lief, bekamen sie recht wenig mit, sie blieben lieber ein Deck höher direkt an der Reling. Vernünftig, diese Kinder!

Zum Auslaufen spielte die Crew jeden Abend den Titel Orinoco Flow von Enya, vielen Dank an Di an dieser Stelle, dass sie herausbekommen hat, wie das Lied heißt! Es bescherte beiden Gänsehaut, wie Cal mir später erzählte… Sie hatte mich ja leider nicht mitgenommen, sondern unten in der Kabine gelassen, sodass ich mir die hell erleuchtete Stadt aus dem Kabinenfenster anschauen musste!

Nun ja, man kann es ja im Nachhinein nicht ändern. Sowohl für Di als auch für Cal war dann relativ schnell Schluss, nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wann die beiden aufgestanden waren. Um kurz nach elf lagen sie jedenfalls in den Betten.

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