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AIDAvita – Montag, 21.09.2010

9. März 2010
Korsika,
wo die Freiheit wohnt,
wo sich Tag für Tag neu das Leben lohnt.
Korsika,
Deine Melodie,
die ich liebe, die vergesse ich nie.
(Mireille Matthieu – Korsika)

Wie fast jeden Morgen waren Cal und Di fasziniert von der Aussicht, die sich bei ihnen bei dem morgendlichen Blick aus dem Kabinenfenster bot – am Abend auf hoher See zu Bett gegangen und am Morgen beim Aufwachen wieder Land in Sicht – meist direkt vor dem Fenster. Zumal sie heute ausschlafen konnten, der Ausflug sollte erst mittags beginnen. Demzufolge gab es auch ein reichlich verspätetes Frühstück und ein frühes, dafür aber auch recht kleines Mittagessen…

Mittags trafen sie sich dann mit den anderen Ausflugsteilnehmern, um Les Calanches zu besuchen, eine ziemlich bizarre Felsenlandschaft (die Bilder werden zeigen, was ich meine). Der Ausflug in den Schildkrötenpark, den sie eigentlich vorhatten, war leider nicht zustande gekommen, was besonders Di sehr enttäuscht hatte.

Die Reiseleiterin, die sie an diesem Tag begleitete, hieß Doris und war sehr viel besser als die Ingrid vom Vortag. Als ich das erste Mal aus dem Rucksack schaute, hatte Cal immer noch diesen WTF-Blick drauf und meinte nur „Meine Tante heißt Ingrid, meine Mutter Doris – wer kommt als nächstes?!“ Aber vielleicht war sie auch nur berauscht vom betörenden Duft der Macchia…

Les Calanches sind ein beliebtes Touristenziel auf Korsika, was leider gleichzeitig für ein absolutes Verkehrschaos sorgt. Die Straße, die durch diese Landschaft hindurch führt, ist nämlich gleichzeitig die einzige Transitstraße in der Gegend! Es kommen also nicht nur die Besucher, sondern es muss auch der komplette Güterverkehr, die Einwohner und auch jeder, der sonst in der Gegend unterwegs ist, diese Straße nutzen (Cal: „Das, was wir gestern in Rom an Verkehrschaos nicht hatten, das haben wir heute auf Korsika…“). Aber gehen wir erst einmal auf die Landschaft ein und lassen die Bilder für sich sprechen:

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Korsika, Les Calanches

Die Gruppe zog sich bei dem Spaziergang die Straße hinab ziemlich weit auseinander und traf sich erst am Chalet wieder, einem Sammelpunkt für alle Touristengruppen. Die Busse jedoch müssen an dieser Hütte vorbei, noch ein Stück weiter bergab, dort wenden und die gleiche enge Straße wieder hinauf! Um es mal so zu beschreiben: Zwei PKW aneinander vorbei – kein Problem. Ein PKW und ein Bus – wird stellenweise recht eng, geht aber noch. Zwei Busse – keine Chance, einer muss rückwärts zurück bis zu einer Stelle, an der sich die Felswand etwas einbeult. Der Busfahrer unserer beiden Hasen hatte aber zum Glück Nerven wie Drahtseile und geriet nicht ein einziges Mal aus der Fassung, auch nicht als ein offenbar lebensmüder Tourist durch des Bus fast in den Abgrund geschubst wurde. Die Straße wurde nämlich durch eine niedrige Steinmauer begrenzt, ähnlich derer, die man oft bei der Übertragung von Radrennen sieht. Doris hatte schon vor dem Aussteigen gewarnt, dass man dort nicht raufsteigen sollen, weil die Mauer oft bei weitem nicht so stabil sei, wie sie aussehe. So weit, so gut, die Gruppe hielt sich dran. Besagter Tourist allerdings hatte die Warnung anscheinend nicht bekommen, er stand jedenfalls auf der Mauer und ging auch nicht beiseite, als das Heck des Busses in der Kurve immer näher und näher kam – so lange, bis ihm kein anderer Ausweg mehr blieb, als in den Abgrund zu springen, um dem Bus auszuweichen. Kollektiver Aufschrei im Bus! Doch zum Glück war hinter der Mauer noch ein etwa 50 cm breiter Vorsprung gewesen, sodass der Mann nicht etwa 200 Meter in die Tiefe gestürzt war. Es konnten also alle aufatmen.

Das Chaos führte natürlich zu einem enormen Zeitmangel, und somit fiel der eigentlich geplante Stopp in Cargèse aus, einem griechisch-orthodoxen Dorf auf Korsika. Desweiteren sahen sich die Scouts zu einer beruhigenden Durchsage veranlasst, dass das Schiff garantiert nicht ohne uns abfahren würde. Immerhin waren wir der erste von insgesamt vier Bussen, der diesen Ausflug gemacht hatte! Die schlussendliche Verspätung betrug dann übrigens rund anderthalb Stunden.

Während die AIDAvita den Hafen von Ajaccio wieder verließ, standen Cal und Di auf dem recht leeren Deck und beobachteten etwas beunruhigt die Blitze, die sich etwas weiter draußen auf dem Meer schon zeigten, als der Kameramann, den sie schon vom Rom-Ausflug kannten, sie in ein Gespräch verwickelte. Teilweise filmte er sie auch, aber dieses Mal wurden die Aufnahmen nicht auf der DVD verwertet.

Recht schnell mussten Di und Cal dann aber auch wieder unter Deck, denn sie hatten die Gelegenheit genutzt und einen Termin für ein Foto-Shooting mit den AIDA-Fotografen vereinbart. Und, was soll ich euch sagen? JEDER ist fotogen, es muss nur ein fähiger Fotograf sein, der die Bilder macht. Hamid, der Fotograf auf der AIDA gehört eindeutig zu der Sorte, denn mit den Bildern, die er von den beiden knipste, waren sie hochzufrieden (und das will bei Cal schon was heißen, ich kann euch da Geschichten erzählen…)

Im Anschluss besuchten sie (wieder einmal) die Show im Theater. Dieses Mal stand das Thema Disney auf dem Plan, und von Die Schöne und das Biest über Arielle, Der König der Löwen und Schneewittchen bis hin zu Herkules wurde so ziemlich alles gespielt und gesungen, was die Filme zu bieten haben. Besonders von der herzallerliebsten Szene aus Susi und Strolch waren Di und Cal so begeistert, dass zumindest Cal nur noch hochfrequente, unartikulierte Töne von sich geben konnte. Bei der Abschlussszene lagen sie dagegen fast unter den Bänken vor Lachen, als nämlich eine der Bodenvasen, die als Kulisse gedient hatten, außerhalb des Vorhangs stehen geblieben war und Jojo von Stephan wieder hinausgeschickt wurde, um sie zu holen. Er murmelte dabei etwas vor sich hin, was für mitteleuropäische Ohren klang wie „Rhabrabrerrhababrerrhabarber“, um sich dann ans Publikum zu wenden: „Sorry, housekeeping!“

Nach der Vorstellung tranken Di und Cal noch etwas in der AIDAbar, um dann auch bald im Bett zu verschwinden. Schlafen konnten sie allerdings eine ganze Weile nicht, da ihre Kabinennachbarn wohl die Party verlegt hatten und der Meinung waren, das halbe Deck mit selbstgesungenen Titel wie Ein Bett im Kornfeld oder Ich hab ̉ ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner beschallen zu müssen. Äußerst niveauvoll, die Menschen, ich stelle es immer wieder fest.

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