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Lesung, Lesung, nichts als Lesung

23. April 2010

Seit der Buchmesse mag ich ja Lesungen. Mir als bekennendem Faultier und Leseratte gefällt’s, wenn die Autoren mir was vorlesen und mich auf ihre Bücher einstimmen wollen. Bei Markus Heitz (im folgenden der Einfachheit halber Mahet genannt) klappt das komischerweise besonders gut, wie ich bereits auf der Messe und auch auf seiner Lesung im März in der Markthalle (über die ich gar nicht gebloggt habe, wie mir gerade auffällt) merkte. So hielt mich dann auch nichts mehr, nicht mal die Uhrzeit, als ich erfuhr, dass er im Zuge der „Vattenfall Lesetage 2010“ im Hamburger Planetarium ein Gastspiel geben würde.

Los ging es am Dienstag Abend um 19 Uhr. R. und ich starteten um 18 Uhr in der Firma, da wir beide Spätdienst hatten, waren dann aber trotzdem pünktlich im Planetarium und hatten sogar noch Zeit, gewisse Örtlichkeiten aufzusuchen und Gummibärchen zu kaufen. Die Tüte war übrigens leer, eher Mahet zu lesen begann.

Am Dienstag ging es um Judassohn, sein neuestes Baby und die Fortsetzung von Kinder des Judas. Die gelesenen Stellen kannte ich zwar bereits von der Lesung in der Markthalle, aber trotzdem war es ein ganz anderes Gefühl, in den bequemen Sesseln des Planetariums zu lümmeln (nein, wir sind NICHT eingeschlafen!), als auf unbequemen harten Bierbänken ohne Lehne zu hocken. Zumal wir in diesem Fall auch noch eine Zugabe in Form eines Ausschnitts aus Vampire, Vampire bekamen, einem der wenigen (dem einzigen?) Sachbuch, dass Mahet geschrieben hat und in dem er dem Volksglauben an die Vampire auf den Grund geht – unter anderem, wie man denn eigentlich zum Vampir wird, zum Beispiel, wenn man durch einen Schlaganfall stirbt. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland derzeit circa 200.000 Menschen im Jahr einen Schlaganfall erleiden und davon etwa 20 % innerhalb von vier Wochen sterben… Nun ja, den Rest könnt ihr euch ja denken 😀
Ich hab mir das Buch jedenfalls im Anschluss gekauft, von Mahet signieren lassen und innerhalb von zwei Tagen sehr amüsiert ausgelesen. Kann ich nur empfehlen, wenn ihr euch mal etwas abseits der derzeitigen Glitzer-Vampire informieren wollt.

Oh, bei der Signierstunde habe ich ihn auch noch gefragt, wie ich denn mein Kopfkino wieder loswerde… Eine Bekannte trägt den gleichen Spitznamen wie die Hauptfigur in Judassohn, wenn auch mit einer anderen Ableitung. Und ich werde die Gedanken daran einfach nicht los, wie sie im bodenlangen schwarzen Mantel mit zwei Dolchen in der Hand durch das Blut watet. Wer jetzt wissen will, was es damit auf sich hat – lesen 😉

Am Dienstag hatte ich mir extra frei genommen, denn vormittags um 10 Uhr las er aus Drachenkaiser, einem Roman, der mich doch inhaltlich viel mehr reizt als die Vampire (auch wenn er mich ein bißchen verspoilert hat, wiel ich noch mitten im Vorgänger Die Mächte des Feuers stecke). Im Programm hatte ich bereits gelesen, dass es für Schulklassen ab der 7. Klasse geeignet sei, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass Mahet, die Angestellten des Planetariums, die Lehrer, ein junger Mann und ich die einzigen Erwachsenen wären… Nun gut, der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben, und ich habe es auch unbeschadet überstanden. Geholfen hat auch sicherlich, dass im Gegensatz zum Vorabend der Projektor eingeschaltet wurde und diverse Sternenkonstellationen an die Kuppel projizierte, das hat zumindest meinem Eindruck nach die Kindern schon etwas zur Ruhe gebracht.

Worum geht es eigentlich in Drachenkaiser? Laut Mahet ist er mal über den Satz gestolpert, dass die katholische Kirche 60 Drachenheilige kennt. Gut, der Bekannteste ist sicherlich der Heilige St. Georg, aber wer sind die übrigen? Aus diesen Nachforschungen entwickelte sich dann die Idee für Die Mächte des Feuers und für Drachenkaiser, beide angesiedelt in den 20ern des 20. Jahrhunderts. Noch immer gibt es Drachen, die Zerstörung über die Menschen bringen und daher von den Nachfahren der Drachenheiligen gejagt werden. Wer mehr wissen möchte, dem seien auch hier die Bücher empfohlen – ich möchte nicht zuviel verraten…

Auch hier gab es nach der Lesung wieder die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und die Kiddies machten davon reichlich Gebrauch, sehr viel mehr als die Erwachsenen am Abend zuvor. Allerdings sprangen sie manchmal auch mit Anlauf ins Fettnäpfchen, zum Beispiel mit der Frage „Wie heißen Sie eigentlich?“

Ich hab dann auch wieder zugeschlagen, hab mir den Drachenkaiser gekauft und auch signieren lassen – auch wenn man mich dafür erstmal aufrütteln musste, da ich schon mitten in den Prolog vertieft war. Ich hab mich dann aber sehr gefreut, als Mahet mich beim Signieren wieder erkannte und sich sogar meinen Namen gemerkt hatte! 🙂

Fazit der ganzen Sache: Jederzeit gerne wieder. Ich luscher schon immer auf seiner Website, wann er wieder nach Hamburg kommt. Können nicht andere Autoren auch mal so reisefreudig sein?

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