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Hamburg – Torchwood – Hamburg

19. Oktober 2010

Geek, der: Eine Person, die sich bevorzugt, in gewisser Weise obsessiv und kritisch mit Themen auseinandersetzt, die abseits des Mainstreams stehen. Die Geekiness kann sich dabei in der Intensität, in der Beständigkeit und im Gegenstand des Interesses ausdrücken. […] Es gibt verschiedene Formen von Geeks. Der Computer-Geek ist der bekannteste, doch praktisch alle Themenfelder und Kulturbereiche haben ihre Geeks. Es gibt politische Geeks, Geeks der Geographie, Geeks der Naturwissenschaften, Anime– und Manga-Geeks, Modellbau-Geeks und Star Trek-Geeks (Trekkies).
Quelle

Gelegentlich kommt auch mein innerer Geek zum Vorschein. Bevorzugt tut er das auf Cons, doch dieses Mal machte er sich bereits mitten im Jahr bemerkbar. Dies führte dazu, dass ich begeistert zustimmte, als zwischen R. (ab jetzt Miss Apple genannt) und mir die Idee aufkam, doch für ein Konzert von John Barrowman nach Cardiff zu fahren und dort außerdem auf den Spuren von Doctor Who zu wandeln.

Ein Geek muss tun, was ein Geek tun muss!

Jonathan war natürlich auch dabei, und so packten wir unser Köfferchen.

Das war bereits Donnerstag Abend (was, kombiniert mit einem Handballspiel, dafür sorgte, dass ich mich am Mittwoch das letzte Mal hier blicken ließ), denn am Freitag früh ging es los. Zunächst mit dem Flugzeug nach London-Heathrow – um 07:05 Uhr. Es war früh, als Miss Apple und ich uns in der U-Bahn trafen, verdammt früh. Aber nun gut, was tut man nicht alles.

Der Flug ging dann auch pünktlich, hatte nett anzusehende Flugbegleiter mit niederländischem Akzent (bei British Airways!) und leider kein Schwimmwestenballett, sondern nur einen entsprechenden Film. Von Heathrow kamen wir dann auch gut mit dem Zug nach Paddington (ich hab da jedes Mal die Assoziation zu Paddington Bär, Miss Apple dagegen zu Agatha Christie). Dort brauchten wir allerdings die Hilfe der Fahrkartenauskunft, weil wir mit den Automaten nicht klar kamen… Übrigens: Bahn fahren in Großbritannien ist TEUER!

Na ja. Der Zug fuhr auf die Minute pünktlich ab, war ja wenigstens etwas. Vorher hatten wir uns btw schon gewundert, warum in der Bahnhofshalle alle so unmotiviert in der Gegend herum standen und auf die Anzeigetafeln starrten. Warum das so war, wurde uns dann erst klar, als wir das Gleis für unseren Zug suchten. Das wird da nämlich erst kurz vor der Abfahrt bekannt gegeben. Merkt man eigentlich, dass wir beide noch nie bzw nur vor recht langer Zeit für mehr als ein paar Stunden auf der Insel verweilten?

Nach rund zwei Stunden (und der Erkenntnis, dass man immer erst den Wasserhahn ausprobieren sollte, ehe man zur Seife greift), erreichten wir dann unser Fahrtziel:

Gesprochen hört es sich übrigens genauso an, wie es geschrieben wird. Nach den Durchsagen auf dem Bahnhof war mir dann wenigstens klar, woher die Waliser ihren Akzent haben…

Vom Bahnhof aus ging es dann (logisch) ins Hotel. Wir sind zu Fuß gegangen, auf dem Stadtplan sah es nicht weit aus, und ein bißchen Fußmarsch würde es uns nach der langen Sitzerei im Flugzeug und im Zug gut tun. Dachten wir. Wir hatten allerdings nicht die walisischen Fußgängerampeln einkalkuliert, die uns regelmäßig zu längeren Pausen zwangen, weil sie a) nur selten grün werden und b) in der Mitte der Straße zwar auf Verkehrsinseln, aber durch Gitter versetzt stehen und nie gleichzeitig grün sind. Wir haben dann gelernt, unsere Wege immer mit möglichst wenig Ampeln zu planen…

Im Hotel angekommen platzten wir prompt in einen Streit zwischen mehreren Hotelgästen und der Rezeption, in dem es wohl darum ging, dass sich einige andere Gäste über die Streithähne beschwert hatten. Die konnten sich übrigens nicht entscheiden, woher sie nun kamen – aus London, aus Birmingham… Es fielen mehrere Städtenamen.

Wir bekamen inzwischen unsere Zimmerschlüssel und fuhren mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock. Das Hotelzimmer war dann etwas… skurril. Ich sag’s mal so: Man lernt es zu schätzen, wenn das Badezimmer in sich abgeschlossen ist und man nicht, wenn man aus der Dusche tritt, mitten im Zimmer steht. Ebenso grandios war Miss Apple, als sie auf eine Einbautür deutete und sagte „Guck mal, der Kleiderschrank“, dann besagte Tür öffnete und feststellte „Nee, da ist das Klo drin.“ Es wurde zum Running-Gag 😆 Herrlich war auch die leere Tube, die sich nur halb unterm Bett versteckte. Mein Englisch ist nun wirklich nicht dolle, aber „Save use for condoms and diaphragms“ bekam sogar ich übersetzt… redface

Okay, Themenwechsel. Nach einer kurzen Verschnaufpause liefen wir dann langsam in die Innenstadt und entdeckten als eines der ersten Gebäude die Cardiff International Arena, in der wir uns am kommenden Abend zum Konzert einfinden würde. Werbung dafür war übrigens nicht wirklich zu sehen, nur ein kleines Poster hing, mit Klebeband befestigt, an der Scheibe. Als wir dann aber hochguckten, entdeckten wir sie prompt: Die Ecke.

Wem das jetzt nichts sagt, der führe sich doch bitte die Videos am Ende des Berichts zu Gemüte 😉

Die Innenstadt von Cardiff gefällt mir persönlich sehr gut. Es gibt auf der einen Seite ein Rieseneinkaufszentrum mit diversen tollen Läden, in denen wir auch gleich zugeschlagen haben (Apple und Disney, ick hör‘ euch trapsen!), auf der anderen Seite aber auch wieder tolle alte Häuser wie dieses hier

oder wie die St.Johns-Kirche

Die erste Verpflegung des Tages gab es dann auch im Einkaufszentrum, einen massakrierten, weil großen Burger für ozyan, Chickenwings für Miss Apple, die mit den Worten „Scheiße, sind die spicy!“ kommentiert wurden. Später kehrten wir dann noch bei Starbucks ein, wo mein (bin ja ehrlich, nicht gerade angelsächsischer) Name ziemlich verstümmelt wurde *schnüff*

Wir ließen uns dann durch die Stadt treiben, schauten mal hier und mal da in Läden rein, erstanden erste Weihnachtsgeschenke und hielten uns von größeren Einkäufen immer wieder mit dem Mantra „Wir haben nur Handgepäck!“ ab. Das galt nämlich leider für den Rückflug, schonte dann aber wohl doch den Geldbeutel. Abendessen gab es dann bei Pizza Hut. Die Pizza war okay, aber der Nachtisch – ALTER! Death by cookie, ich sag’s euch. Der (ziemlich große, weil für zwei Personen gedachte) Cookie kam heiß direkt aus dem Backofen, war mit Schokoladensoße verziert und hatte eine Haube aus Vanilleeis. BITTE MEHR!

Ziemlich tot fielen wir dann ins Bett, der erste Tag in Cardiff war vorbei.

Am Samstag Morgen ging es dann relativ früh wieder hoch – zum Glück nicht so früh wie am Freitag. Das Frühstück im Hotel war in Ordnung und essbar – und vor allen All you can eat. Ich hab ja auch schon mal abgezählte Wurstscheiben auf einem Teller erlebt, seitdem ist mir das wichtig 😉 Danach wackelten wir wieder Richtung Innenstadt, weil wir noch einen Sci-Fi-und-Fantasy-Laden besuchen wollten, den wir erst abends nach Ladenschluss entdeckt hatten. Ist ja nicht so, dass wir nicht schon genug Geld ausgegeben hatten *hust*

Nach einem kurzen Zwischenstop am Hotel, um die Einkäufe abzuladen, ging es dann runter an die Cardiff Bay. Dazu wählten wir nicht die Hauptstraße (zu laut und zu viele Ampeln), sondern einen gemütlicheren Weg am Atlantic Wharf entlang

und entdeckten dabei äußerst hübsche Gasthäuser

Und schließlich – die Bay. Das Herz eines jeden Torchwood-Geeks schlägt hier höher. Wir sahen die große Stele mit Wasserfall (hat die eigentlich einen Namen? Ich hab’s beim besten Willen nicht rausfinden können.) und fotografierten uns natürlich auch davor. Damit hinunter in den Hub zu kommen, hat leider nicht funktioniert 😦 Was die Fotos angeht – ihr kennt das ja schon, anstatt meiner ist Jonathan zu sehen.

 

 

Und wir sahen natürlich auch das Millenium-Centre (okay, wenn man da steht, dann ist es nicht zu übersehen…) Innen drinnen versteckt sich übrigens die walisische Oper.

Langsam bummelten wir dann in Richtung Wasser, entdeckten einen passenden, wenn auch leider geschlossenen Stand für Ianto

und kamen zum Mermaid Quay

und – endlich! – zum Eingang des Hubs. Er ist mittlerweile zu einer regelrechten Wallfahrtsstätte geworden.

Ganz grausame Kulturbanausen sind wir ja nun auch nicht, sodass wir immerhin noch die National Assembly for Wales, also das walisische Nationalparlament

und das Pierhead Building mit

Doch dann, DANN begann das Geek-Herz zu klopfen. Wir überquerten die Straße und stürmten spazierten langsam auf das Red Dragon Center zu. Wir hatten da nämlich auf dem Stadtplan was entdeckt, was wir unbedingt überprüfen mussten – und siehe da, es war noch da.

Oh! Da mussten wir natürlich rein!

Ein erster vorsichtiger Blick durchs Fenster – die Tardis!

Und da war er auch schon, der Doctor – wenn schon nicht lebend, dann wenigstens in Lebensgröße. Und sehr lässiger Pose.

Die Außerirdischen mit den Masken, die uns ins Zeitalter der Französischen Revolution entführen wollten, waren auch da

und natürlich die Daleks („Exterminate! Exterminate!“)

Miss Apple erschreckte die anderen Gäste ganz schön („Soll ich mal fies sein?“), als sie den „Press here“-Button drückte und die Daleks damit in Stimmung versetzte.

Die Oods begleiteten uns

und hinter der nächsten Ecke tauchte schon wieder ein Dalek auf.

Doch wir brauchten uns keine Sorgen machen, K9 beschützte uns schließlich.

Dann war die Ausstellung auch schon wieder vorbei. Als Trost, weil er abends im Hotel bleiben musste, durfte Jonathan noch eine Runde Karussell fahren.

Langsam und immer noch völlig beeindruckt schlenderten wir dann zurück zum Hotel. Dieses Mal entdeckten wir einen richtigen Schleichweg an einem kleinen Kanal entlang und kamen im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hintertür wieder im Hotel an. Dort machten wir dann erstmal Rast, ehe wir uns auf das Konzert einstimmten und zur Arena gingen.

Und was soll ich sagen? Es war der absolute Hammer! John Barrowman war extrem gut drauf, erzählte viel auch aus seinem Leben, und es war ein Konzert voller Anzüglichkeiten (okay, etwas anderes war auch nicht zu erwarten) und Lachanfälle. Meinen heftigsten hatte ich allerdings, als er Let your love flow sang – ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht wusste, dass es das englische Original ist und hatte die ganze Zeit den deutschen Text im Ohr… Es war aber auch ein Konzert voller Gänsehaut-Momente, den ersten bei Memories, und an einem weiteren möchte ich euch hier via Youtube teilhaben lassen:

Es war einfach nur grandios. Das Konzert begann um 19:30 Uhr Ortszeit und endete um 23:30 Uhr mit Standing Ovations. Er hat noch so viele weitere Lieder gespielt, I am what I am, Man, I feel like a woman, Fireflies… Ich finde gar keine Worte mehr. Unsere Sitznachbarn hatten uns übrigens für verrückt erklärt, weil wir extra aus Deutschland angereist waren, waren aber gleichzeitig von der Aktion ein bißchen beeindruckt 🙂

Ja, das war das Konzert. Der Sonntag war dann ein bißchen stressig, so dass wir beschlossen haben, dass das Wochenende schon am Samstag Abend endete und der Sonntag schon zur Arbeitswoche zählte. Nur so viel als Fazit:

  • Schaue immer auf den Fahrplan, wann der Zug tatsächlich fährt.
  • Plane immer eine Sicherheitsreserve ein, falls die Underground gerade dann nicht so fährt, wie du sie eigentlich bräuchtest.
  • Schaue immer auf dein Ticket, was du tatsächlich als Gepäck dabei haben darfst.
  • Fliege nie mit einem Billigflieger, wenn du stressfrei reisen willst.

Insbesondere das letzte ist allerdings meine persönliche Meinung, ihr könnt das gerne anders sehen 😉

Zum Abschluss gibt es noch ein Video zu meinem derzeitigen Lieblingslied von John (bei Minute 2:32 ist auch zu sehen, was ich da oben mit der Hausecke hatte…):

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10 Kommentare leave one →
  1. 19. Oktober 2010 21:02

    Geeks der Geographie? Sollte ich mich angesprochen fühlen? *g* Aber jetzt geh ich erstmal den restlichen Artikel lesen 😉

  2. Pencalien permalink
    20. Oktober 2010 15:09

    Wow, ich hab John noch nie singen gehört. Der hat ja echt was drauf. Sehr schöner Bericht. Bezüglich Geek: Sind wird das nicht alle irgendwie, irgendwo? 🙂 – Spätestens bei der nächsten Con werden wir das wieder ausführlichst unter Beweis stellen.

    • 21. Oktober 2010 22:25

      Danke 😀 Und ja, er hat’s echt drauf 😀

      *hust* Werden wir, ich sehe es schon kommen…

  3. 21. Oktober 2010 10:31

    yes, do it, go for it, gute idee das 😆

  4. Miss Apple permalink
    21. Oktober 2010 21:35

    Jo, war ein super Wochenende und wenn er nächstes Jahr wieder in Cardiff ist, sind wir natürlich dabei:-)

  5. Humpelstil permalink
    20. März 2012 21:14

    Von der Victoria Station in London fährt ein Bus nach Cardiff für umgerechnet ca. 37 Euro (hin und zurück), da fährst du ca. 3 Stunden. (Jedenfalls vor 2-3 Jahren)

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